Die Flip-Reihe bildete bislang den Einstieg in das XGIMI-Sortiment. Bei dieser neuen Generation kann man angesichts eines Einführungspreises von 799 € für den Elfin Flip Laser und 999 € für den Elfin Flip 4K jedoch kaum noch von Einsteigermodellen sprechen. Der normale XGIMI Elfin Flip kostet 399 €, der Preisunterschied ist also erheblich. Dieser Test soll zeigen, ob der Aufpreis gerechtfertigt ist.
Zur Erinnerung: Ich werde für diese Tests nicht bezahlt. Wenn Sie dieser Test überzeugt hat, können Sie mich unterstützen, indem Sie Produkte über meine Links kaufen.
Kauf über die offizielle Website: XGIMI Elfin Flip 4K / xgimi.com
Video review
Zeitlicher Ablauf
15.07.2026: Der XGIMI Elfin Flip 4K ist zusammen mit dem XGIMI Elfin Flip Laser eingetroffen, der Test kann also beginnen. Ich gehe davon aus, dass der Test bis Ende Juli weitgehend abgeschlossen sein wird. Sollte das bei Ihrem Besuch noch nicht der Fall sein, können Sie Ihre Fragen gerne im Kommentarbereich am Ende der Seite stellen.Auspacken
Der Karton des XGIMI Elfin Flip 4K ist ziemlich groß. Das hat mich überrascht, denn der letzte von mir getestete Flip und auch dessen Verpackung waren deutlich kompakter. Im Lieferumfang befinden sich der Projektor, geschützt durch eine dicke Schaumschicht, die Fernbedienung, zwei AAA-Batterien, ein externes Netzteil und eine Bedienungsanleitung.
Betriebssystem
XGIMI hat bei der Elfin-Reihe einen Schritt zurück in die richtige Richtung gemacht. Die vorherige Generation lief mit einer eingeschränkten Version von Google TV, wodurch nicht mehr alle Apps aus dem Play Store verfügbar waren. Bei diesem Modell ist das nicht mehr der Fall: Sie haben wieder Zugriff auf alle verfügbaren Apps und können den Projektor uneingeschränkt nutzen.Verarbeitung
Mit dem XGIMI Elfin Flip 4K kehrt die champagnerfarbene Oberfläche zurück, die XGIMI bereits vor einigen Jahren bei mehreren Projektoren eingesetzt hatte. Diese Farbe ist das erste Merkmal, an dem sich das Modell von der Laser-Version unterscheiden lässt, die eher violett wirkt.
Hier sehen Sie beide Projektoren nebeneinander (der 4K steht rechts).
Für tragbare Projektoren sind beide Modelle recht groß. Sie messen etwas mehr als 25 × 24 cm und sind 78 mm dick. Mit nur 1,55 kg bleibt das Gesamtgewicht jedoch niedrig. Tragbar ist der Projektor also durchaus, aber nicht so kompakt, dass er in eine große Tasche passt. Anders als die MoGo-Reihe verfügen die Elfin-Modelle über keinen eingebauten Akku.
Im geschlossenen Zustand hat der Projektor eine vollständig rechteckige Form. Er lässt sich von unten nach oben neigen, bis die Oberseite der Halterung den Winkel begrenzt. Eine Deckenprojektion ist daher nicht möglich. Der Verstellbereich ist recht groß, erreicht aber keine 90°. Die umlaufende Halterung kann problemlos als Tragegriff verwendet werden.
Auf der Rückseite befinden sich das Lüftungsgitter und für einen Projektor dieser Größe recht viele Anschlüsse. Es gibt zwei USB-Ports – vermutlich nicht USB 3.0, was schade ist –, zwei HDMI-Eingänge, davon einen mit eARC, einen Kopfhörer-/Klinkenausgang und einen runden Stromanschluss. Schade ist auch, dass XGIMI keinen ausreichend leistungsfähigen USB-Anschluss vorgesehen hat. Damit ließe sich der Projektor leichter über eine externe Powerbank betreiben.
Die optische Einheit gehört wahrscheinlich zu den interessantesten Unterschieden gegenüber der Basisversion. Zunächst kommt hier eine Dreifach-Laserlichtquelle zum Einsatz. Diese technische Entscheidung sollte eine besonders große Farbraumabdeckung ermöglichen, was vor allem bei HDR-Inhalten von Vorteil ist.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist der optische Zoom mit einem Bereich von 0,98 bis 1,3. Es ist das erste Mal, dass ich bei einem Projektor dieser Art einen optischen Zoom vorfinde. Dadurch lässt sich die Aufstellung flexibler anpassen, ohne Bildqualität zu verlieren. Bei einer Zoomstellung von 0,98 erhalten Sie pro Meter Abstand eine Bildbreite von 102 cm. Bei 1,3 sind es 77 cm Bildbreite pro Meter Abstand.
Obwohl ich an dieser Stelle noch nicht mit den eigentlichen Messungen begonnen hatte, sind dies bereits zwei objektive Eigenschaften, die die Attraktivität dieses Projektors deutlich beeinflussen.
Technisch setzt XGIMI auf einen 0,39-Zoll-DMD-Chip, der bereits in anderen Projektoren der Marke verwendet wurde. Wie die Bezeichnung verrät, misst er 0,39 Zoll und erzeugt von dort aus das Bild. Ein größerer Chip kann grundsätzlich mehr Details bei großen Bilddiagonalen darstellen. Dieser Chip erzeugt ein 4K-Bild, indem mehrere Teilbilder mithilfe von XPR übereinandergelegt werden. Es handelt sich also nicht um einen nativen 4K-Chip. Dafür müsste man auf sehr teure High-End-Projektoren zurückgreifen, die mehrere Tausend Euro kosten.
Ich gehe davon aus, dass die Lichtleistung die maximal sinnvolle Bildgröße stärker begrenzen wird als der Chip selbst. Darauf komme ich im Abschnitt zur Helligkeit zurück.
Auf der Unterseite befindet sich das Lüftungsgitter, über das Umgebungsluft zur Kühlung angesaugt wird.
An der Vorderseite sitzt ein Gitter für die Tonwiedergabe. Wie üblich verwendet XGIMI Lautsprecher von Harman Kardon, diesmal allerdings nur einen einzelnen 7-Watt-Lautsprecher.
An der Unterseite befindet sich ein Standardgewinde zur Montage auf einem Stativ. Aufgrund des geringen Gewichts reicht ein gewöhnliches Fotostativ vollkommen aus.
Schon diese erste Beschreibung zeigt zwei Punkte, die den höheren Preis erklären. Die Dreifach-Laserlichtquelle liefert eine Farbdarstellung, die die Basisversion nicht erreichen kann. Der optische Zoom bietet zudem mehr Flexibilität bei der Aufstellung, ohne die Qualitätsverluste einer digitalen Trapezkorrektur.
Die Elfin-Reihe betritt mit diesen Modellen also eine neue Kategorie. Ein direkter Vergleich beider Geräte wird zeigen, welches Modell die bessere Wahl ist.
Stromverbrauch
Ich habe bei Laserstufe 10 einen Verbrauch von 61 Watt und bei Stufe 1 etwas mehr als 30 Watt gemessen. Das ist relativ wenig, sodass sich der Projektor ohne große Auswirkungen auf die Stromrechnung nutzen lässt.
Betriebsgeräusch
Direkt neben dem Projektor habe ich 43 dB und in einem Meter Entfernung 35 dB gemessen. Damit arbeitet er recht unauffällig. Ein leichtes Summen ist hörbar, fällt aber kaum auf, wenn man nicht unmittelbar daneben sitzt. Im Modus „Vivid“ wird er gelegentlich etwas lauter, ohne jedoch auch nur annähernd wie ein Haartrockner zu klingen.
Bildqualität
FarbwiedergabeMehr Informationen zur Farbwiedergabe
Die Farbtreue ist keine subjektive Einschätzung, sondern vollständig messbar. Dazu wird ein Messgerät wie ein Kolorimeter oder Spektrometer verwendet, das die Abweichung zwischen Referenzfarbe und dargestellter Farbe bestimmt. Diese Abweichung wird als Delta E, kurz dE, angegeben. Ein dE-Wert über 3 gilt für das menschliche Auge als sichtbar.
Der dE-Wert sollte daher möglichst niedrig sein. Projektoren erreichen ab Werk jedoch nur selten einen Wert unter 3. Häufig liegt er zwischen 5 und 10; erst eine Kalibrierung ermöglicht eine wirklich korrekte Farbdarstellung.
Für eine perfekte Kalibrierung ist professionelle Messtechnik erforderlich. Ich teile hier meine Einstellungen, die zu meiner eigenen Umgebung passen. Sie können auch bei Ihnen funktionieren, sind aber keine Garantie und sollten daher lediglich als Orientierung betrachtet werden.
Ich habe die SDR-Farbwiedergabe in allen verfügbaren Bildmodi gemessen. Das sind die Ergebnisse:
| Farbe | Standard Rec.709 | Movie Rec.709 | Movie Rec.709 kalibriert | Game Rec.709 | Vivid Rec.709 | Sports Rec.709 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Weiß | 12,22 | 9,45 | 4,00 | 11,94 | 17,23 | N/D |
| Rot | 0,71 | 1,65 | 0,81 | 2,96 | 12,83 | N/D |
| Grün | 1,64 | 2,62 | 1,64 | 2,84 | 11,95 | N/D |
| Blau | 5,78 | 2,10 | 2,03 | 5,88 | 3,37 | N/D |
| Gelb | 0,24 | 3,62 | 0,63 | 1,03 | 9,39 | N/D |
| Cyan | 16,99 | 1,67 | 1,17 | 16,47 | 21,55 | N/D |
| Magenta | 7,02 | 3,00 | 2,98 | 7,10 | 11,42 | N/D |
| Mittleres Delta E | 6,37 | 3,44 | 1,89 | 6,89 | 12,53 | N/D |
Öffnen Sie dazu den 2-Punkt-Weißabgleich und stellen Sie die Verstärkung auf Rot 35, Grün 51 und Blau 51. Da meine Leinwand Grün leicht verstärkt, müssen Sie Grün möglicherweise etwas unter 50 setzen. Entscheidend ist vor allem, Rot zu reduzieren, um den gelblichen Bildeindruck zu verringern.
Hier folgen die HDR-Ergebnisse:
| Farbe | Film | Sport | Standard | Lebhaft |
|---|---|---|---|---|
| Weiß | 9,82 | 11,97 | 12,06 | 17,21 |
| Rot | 1,64 | 3,67 | 1,43 | 17,36 |
| Grün | 2,18 | 2,07 | 2,33 | 19,40 |
| Blau | 4,76 | 6,31 | 6,46 | 4,69 |
| Gelb | 1,64 | 2,74 | 2,10 | 7,16 |
| Cyan | 4,21 | 13,87 | 14,49 | 29,05 |
| Magenta | 1,66 | 5,61 | 5,65 | 15,15 |
| Durchschnittlicher ΔE | 3,70 | 6,61 | 6,36 | 15,72 |
Verstärkung: Rot 39 / Grün 54 / Blau 55
Mit dieser Anpassung erhalten Sie eine sehr gute Farbwiedergabe. Grün muss möglicherweise erneut leicht reduziert werden.
Zur einfacheren Auswertung habe ich die Messdaten meines Spektroradiometers erneut in HCFR eingelesen und daraus ein Diagramm des Farbraums erstellt.
Zunächst Rec.709:
Ziel erreicht: Dieser Projektor deckt den Farbraum ohne Probleme ab.
Danach Rec.2020:
Auch hier reicht der Projektor fast bis an die Grenzen des Farbraums. Er eignet sich daher sehr gut für HDR und kann einen großen Teil der verfügbaren Farben darstellen.
Dieser kleine tragbare Projektor kann somit alle für SDR und HDR erforderlichen Farben mit guter Genauigkeit wiedergeben. Für ein mobiles Modell ist das eine ausgezeichnete Leistung.
Helligkeit
Mehr Informationen zur Helligkeit
Die Helligkeit ist bei einem Projektor entscheidend. Sie wird in ANSI-Lumen angegeben, doch die Herstellerwerte liegen häufig über dem, was in der Praxis erreichbar ist.
Ich messe die Helligkeit mit einem Luxmeter und rechne die Werte anhand der projizierten Fläche in ANSI-Lumen um. So entsteht ein realitätsnaher Messwert.
Selbst ein heller Projektor kann nicht mit einem Fernseher konkurrieren. Umgebungslicht – natürlich oder künstlich – reduziert den Kontrast drastisch. Unter 1000 ANSI-Lumen sollte der Projektor in vollständiger Dunkelheit verwendet werden.
Der XGIMI Elfin Flip 4K ist ein RGB-Dreifachlaserprojektor. Dadurch ist seine Spektralkurve sehr schmal, wie das Diagramm zeigt. Diese Lichtquelle sollte ein besonders farbintensives Bild ermöglichen:
RGB-Dreifachlaserprojektoren werden zwar immer häufiger, doch ein Modell unter 1000 € ist weiterhin ungewöhnlich. Das gehört eindeutig zu den Stärken dieses Projektors.
Ich habe die Helligkeit in allen verfügbaren Bildmodi und auf jeder Laserstufe gemessen. Das sind die Ergebnisse:
| Laserstufe | Standard | Movie | Vivid | Game | Sports |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 285 lumens | 269 lumens | 359 lumens | 285 lumens | 285 lumens |
| 2 | 343 lumens | 327 lumens | 433 lumens | 348 lumens | 348 lumens |
| 3 | 412 lumens | 391 lumens | 512 lumens | 412 lumens | 412 lumens |
| 4 | 475 lumens | 449 lumens | 591 lumens | 475 lumens | 475 lumens |
| 5 | 538 lumens | 512 lumens | 670 lumens | 538 lumens | 538 lumens |
| 6 | 607 lumens | 575 lumens | 749 lumens | 607 lumens | 607 lumens |
| 7 | 670 lumens | 639 lumens | 823 lumens | 670 lumens | 670 lumens |
| 8 | 739 lumens | 697 lumens | 903 lumens | 739 lumens | 734 lumens |
| 9 | 802 lumens | 755 lumens | 987 lumens | 802 lumens | 797 lumens |
| 10 | 866 lumens | 823 lumens | 1 061 lumens | 871 lumens | 871 lumens |
Bei maximaler Laserstufe liegen die Werte zwischen 823 und 1061 Lumen. Den Modus „Vivid“ würde ich aufgrund der zu großen Farbabweichung nicht berücksichtigen. Für eine optimale Bildqualität gehe ich daher von 823 Lumen aus.
Mit 823 Lumen ist eine Bilddiagonale von ungefähr 105 Zoll in SDR und 83 Zoll in HDR sinnvoll. Ein größeres Bild funktioniert weiterhin, wird jedoch dunkler als von Kinonormen vorgesehen. Wer dies weniger kritisch sieht, kann natürlich auch eine größere Leinwand verwenden.
Schärfe
Ich war zunächst unsicher, ob dieser DMD-Chip genügend Schärfe liefern würde, doch das ist eindeutig der Fall. Die Konturen der Schrift sind sauber und es treten keine Farbsäume auf, wie sie bei der XGIMI-MoGo-Reihe gelegentlich sichtbar waren. Bei sehr großen Bildern zeigt der Chip allerdings Grenzen. Aus nächster Nähe wirken abgerundete Buchstaben etwas stärker verpixelt als bei einem 0,47-Zoll-Chip unter denselben Bedingungen.
Kontrast
Mehr Informationen zum Kontrast
Der On/Off-Kontrast misst den Unterschied zwischen Weiß und Schwarz. Er zeigt, wie gut ein Projektor dunkle Szenen wiedergeben kann.
Ein Kontrast unter 500:1 ist als sehr niedrig einzustufen. Die Folgen sind vor allem in dunklen Szenen sichtbar, in denen Details verloren gehen. Bei Sport, hellen Filmen oder Zeichentrick fällt das weniger ins Gewicht.
Ein niedriger Kontrast bedeutet nicht, dass ein Projektor unbrauchbar ist. Man sollte lediglich wissen, dass bei Filmen wie Alien in dunklen Bereichen weniger Details erkennbar bleiben.
Ich habe den Kontrast in allen Bildmodi und auf jeder Laserstufe gemessen. Nachfolgend finden Sie eine Zusammenfassung:
| Laserstufe | Standard | Movie | Vivid | Game | Sports | |||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Helligkeit | Kontrast | Helligkeit | Kontrast | Helligkeit | Kontrast | Helligkeit | Kontrast | Helligkeit | Kontrast | |
| 1 | 285 lumens | 1 200:1 | 269 lumens | 1 159:1 | 359 lumens | N/D | 285 lumens | N/D | 285 lumens | N/D |
| 2 | 343 lumens | 1 250:1 | 327 lumens | 1 216:1 | 433 lumens | N/D | 348 lumens | N/D | 348 lumens | N/D |
| 3 | 412 lumens | 1 345:1 | 391 lumens | 1 276:1 | 512 lumens | N/D | 412 lumens | N/D | 412 lumens | N/D |
| 4 | 475 lumens | 1 364:1 | 449 lumens | 1 308:1 | 591 lumens | N/D | 475 lumens | N/D | 475 lumens | N/D |
| 5 | 538 lumens | 1 417:1 | 512 lumens | 1 347:1 | 670 lumens | N/D | 538 lumens | N/D | 538 lumens | N/D |
| 6 | 607 lumens | 1 456:1 | 575 lumens | 1 363:1 | 749 lumens | N/D | 607 lumens | N/D | 607 lumens | N/D |
| 7 | 670 lumens | 1 588:1 | 639 lumens | 1 391:1 | 823 lumens | N/D | 670 lumens | N/D | 670 lumens | N/D |
| 8 | 739 lumens | 1 505:1 | 697 lumens | 1 389:1 | 903 lumens | N/D | 739 lumens | N/D | 734 lumens | N/D |
| 9 | 802 lumens | 1 505:1 | 755 lumens | 1 402:1 | 987 lumens | N/D | 802 lumens | N/D | 797 lumens | N/D |
| 10 | 866 lumens | 1 533:1 | 823 lumens | 1 418:1 | 1 061 lumens | N/D | 871 lumens | N/D | 871 lumens | N/D |
Auch den Schwarzwert habe ich gemessen. Er liegt zwischen 0,045 und 0,1 cd/m². Schwarz wird daher nie vollständig schwarz, der Unterschied ist aber nicht so groß, dass er problematisch wäre.
Der Projektor verfügt außerdem über einen dynamischen Kontrast, der vor allem die Helligkeit schwarzer Bildbereiche künstlich reduziert, bis Schwarz nahezu ausgeschaltet wirkt. Mit aktivierter Funktion habe ich mehr als 20.000:1 gemessen. Das ist enorm, bleibt aber nicht ohne Auswirkungen auf die Bildqualität:
Dieses Diagramm zeigt das Spektrum von Weiß mit und ohne dynamischen Kontrast. Deutlich sichtbar ist, dass der dynamische Kontrast einen beträchtlichen Teil des Rotanteils reduziert. Dadurch wird das Bild kühler und bläulicher. Bei dunklen Farben fällt der Effekt noch stärker aus.
Der geringere Rotanteil ist nicht die einzige Folge. Auch der Übergang beim erneuten Berechnen des dynamischen Kontrasts kann sichtbar werden. Besonders auffällig ist das in dunklen Szenen und bei Untertiteln auf dunklem Hintergrund.
Wer großen Wert auf die Bildqualität legt, sollte diese Funktion daher besser deaktivieren. XGIMI veröffentlicht Software-Updates und könnte die Verarbeitung des dynamischen Kontrasts künftig verbessern.
Bewegungskompensation
Mehr Informationen zur Bewegungskompensation (MEMC)
Viele Projektoren arbeiten mit 60 Hz und zeigen daher 60 Bilder pro Sekunde. Viele Filme werden jedoch mit 24 Bildern pro Sekunde aufgenommen. Die Quelle enthält also nicht genügend Einzelbilder, um alle 60 Aktualisierungen des Projektors vollständig zu füllen.
Das führt häufig zu sichtbarem Ruckeln. Einige Projektoren können dies mit einer Bewegungskompensation, auch MEMC genannt, reduzieren. Wird sie zu stark eingesetzt, entsteht der sogenannte Soap-Opera-Effekt, der Filme künstlich wie Fernsehserien aus den 1980er-Jahren wirken lässt.
Wie die meisten XGIMI-Projektoren verfügt auch dieses Modell über eine Bewegungskompensation, die Ruckler reduziert. Die Funktion bietet mehrere Stufen und glättet das Bild je nach Einstellung unterschiedlich stark. Die mittlere Stufe sollte in den meisten Fällen ausreichen.
Wahl der Leinwand
Mehr Informationen zur Leinwandwahl
Eine Leinwand ist für einen Projektor nicht immer notwendig. Das hängt vom gewählten Modell und von der Projektionsfläche ab.
Ich habe zahlreiche Leinwände getestet und in meinem Vergleich ausführlich beschrieben, um Ihnen die Auswahl des passenden Typs für Ihren Projektor und Ihr Budget zu erleichtern.
Dort erkläre ich auch die Unterschiede zwischen weißen, grauen und lichtabweisenden Leinwänden.
Bei einem Projektor dieser Art würde ich nur einen Leinwandtyp empfehlen – oder gar keine Leinwand, sofern eine ausreichend glatte und gleichmäßige Wand vorhanden ist. Dieses Modell ist nicht als dauerhaft installierter Heimkinoprojektor gedacht; eine feste Leinwand passt daher weniger zu seinem mobilen Charakter. Wenn Sie dennoch eine Leinwand verwenden möchten, sollte es eine neutralweiße sein. Eine graue Leinwand würde die Helligkeit zu stark reduzieren, und dafür besitzt dieser Projektor nicht genügend Reserven.
Eine günstige Leinwand wie ein Modell von Vevor dürfte vollkommen ausreichen:
Vevor-Leinwände
Vergleich von Projektionsleinwänden
Tonqualität
Mehr Informationen zur Tonqualität
Ich verwende verschiedene Musikstücke, um die Tonqualität des Projektors zu demonstrieren. Das Ergebnis bleibt jedoch stets durch das Aufnahmegerät begrenzt. Da ich immer dasselbe Gerät nutze, lassen sich die Unterschiede dennoch auf einer einheitlichen Grundlage vergleichen.
Regelmäßig nutze ich bekannte urheberrechtlich geschützte Musik. Deshalb kann YouTube einzelne Videos blockieren. In diesem Fall können Sie die Tonspur direkt auf YouTube anhören, sofern die Plattform meinen Kanal nicht vollständig gesperrt hat.
Das Audiosystem ist nicht besonders leistungsstark, reicht für einen Projektor dieser Größe aber deutlich aus. Bei einer Lautstärkeeinstellung von 40 habe ich zwischen 60 und 70 dB gemessen. Der Klang ist insgesamt ordentlich, stößt jedoch gelegentlich an Grenzen, wenn sehr unterschiedliche Geräusche gleichzeitig wiedergegeben werden. Das ist nicht dramatisch, aber ein kleiner Unterschied zu anderen Projektoren der Marke.
Videospiele
Mehr Informationen zu Videospielen
Für ein gutes Spielerlebnis mit einem Projektor ist eine niedrige Latenz erforderlich. Sie bezeichnet die Zeit zwischen dem Drücken einer Taste am Controller und der sichtbaren Reaktion auf der Leinwand. Angegeben wird sie in Millisekunden und häufig als Input Lag bezeichnet.
Ich messe diese Verzögerung mit einem speziellen Gerät. Für schnelle Online-FPS-Spiele sollte sie unter 30 ms liegen. Bei Spielen, bei denen die Reaktionszeit weniger wichtig ist, sind weniger als 100 ms in den meisten Fällen ausreichend.
Normalerweise teste ich Shadowrun über GeForce NOW auf meiner Nvidia Shield, sofern dies möglich ist. Ich spiele nur selten mit einem Controller und bin daher nicht besonders geübt. Ziel ist jedoch, die Möglichkeiten des Projektors zu zeigen, nicht meine Fähigkeiten.
Der XGIMI Elfin Flip 4K kann sich zu einem treuen Begleiter Ihrer Spielkonsole der neuesten Generation entwickeln. Er verfügt über einen Gaming-Modus, der die Latenz auf unter 30 ms senkt – was für rasante Spiele erforderlich ist –, und Sie können zudem ein Fadenkreuz in der Bildmitte einblenden lassen, das Ihnen bei Ego-Shootern hilft. Außerdem unterstützt er eine Bildwiederholfrequenz von bis zu 120 Hz bei 1080p und VRR. Damit ist er ein besonders gut für Gaming geeigneter Projektor.
Einleitung zum Fazit
Ich hatte seit mehreren Jahren keinen Projektor aus der Elfin-Reihe mehr getestet und nun gleich zwei neue Modelle gleichzeitig vor mir. Beide haben kaum noch etwas mit den ersten Elfin-Projektoren gemeinsam und gehören eindeutig in eine andere Kategorie. Das zeigt sich natürlich auch beim Preis, doch der Unterschied zur vorherigen Generation ist so groß, dass man sie beinahe nicht mehr Elfin nennen würde.Die wichtigste Neuerung ist die Dreifach-Laserlichtquelle, die sehr gut abgestimmt ist. Sie bietet einen besonders großen Farbumfang für HDR-Filme und kann damit viele Projektoren derselben Preisklasse hinter sich lassen. Die Farbtreue ist bereits ab Werk gut und lässt sich mit wenigen Einstellungen weiter verbessern.
Auch der Kontrast hat gegenüber der vorherigen Generation einen großen Sprung gemacht. Das Niveau eines echten Heimkinoprojektors erreicht er noch nicht, innerhalb der tragbaren Klasse gehört er jedoch zu den besseren Modellen.
Die Helligkeit wurde ebenfalls verbessert, dennoch ist dies kein wirklich heller Projektor. Die reale Lichtleistung begrenzt die empfohlene Bildgröße auf etwa 90 Zoll. Oberhalb dieser Größe beginnt das Bild zu dunkel zu wirken.
Als ich die technischen Daten erstmals las, war ich wegen des verwendeten DMD-Chips skeptisch. Ich befürchtete, dass seine Größe die Bildqualität einschränken könnte, doch das ist in der Praxis kaum der Fall. Aus nächster Nähe sind Pixel sichtbar, die Konturen bleiben aber sauber und es treten keine Farbsäume auf. Bei der normalen 1080p-Version ist das nicht in gleichem Maß der Fall.
Der Projektor ist daher eine positive Überraschung. Man darf allerdings nicht vergessen, dass es sich um ein tragbares Modell handelt, das weder dafür gedacht noch in der Lage ist, mit Geräten wie dem XGIMI Horizon 20 zu konkurrieren. Wird er in vollständiger Dunkelheit und mit ungefähr 90 Zoll Bilddiagonale eingesetzt, liefert er für weniger als 1000 € ein sehr gutes Bild. Der letzte von mir getestete Dreifachlaser unter 1000 € war etwas heller, konnte Farben jedoch nicht mit derselben Genauigkeit wiedergeben.
Die größte Schwäche ist meiner Meinung nach der Klang. Die Tonqualität ist nicht schlecht, solange die Lautstärke nicht zu hoch eingestellt wird und Verzerrungen vermieden werden. Mit nur einem 7-Watt-Lautsprecher entsteht jedoch kein besonders immersiver Eindruck.
Welches Modell sollten Sie wählen: die 4K-Version oder das Basismodell? Das hängt vor allem von Ihrem Budget ab. Zum Zeitpunkt dieses Artikels kostet die Basisversion 200 € weniger, ist der 4K-Version aber in nahezu allen Punkten unterlegen.
Stärken
SDR- und HDR-Farbraumabdeckung
Farbtreue
Kontrast
Niedrige Gaming-Latenz, 120 Hz, VRR
Stromverbrauch
Betriebsgeräusch
Mobilität
Google TV
Optische Qualität
Schwächen
Helligkeit
Lautsprecherleistung
Gelegentlich etwas träge Menüs















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