Seit der Einführung des Aura 2 hat sich der Markt für Ultrakurzdistanzprojektoren erheblich verändert. Der Wettbewerb ist intensiver geworden, die Technik hat Fortschritte gemacht und auch die Erwartungen der Käufer haben sich gewandelt. Es war also an der Zeit, dass XGIMI sein Angebot in diesem Bereich erneuert. Statt nur eines neuen Modells stellt der Hersteller gleich zwei vor: den XGIMI Aura 3 Pro und den XGIMI Aura 3 Max.
In diesem Test stelle ich euch das zweite Modell vor. Der XGIMI Aura 3 Max ist das ambitioniertere Gerät dieser neuen Generation. Ich teste ihn parallel zum Aura 3 Pro, um die Unterschiede zu messen, zu prüfen, ob die Leistung die jeweilige Positionierung rechtfertigt, und beide Geräte mit der Konkurrenz zu vergleichen.
Die Markteinführung erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst bietet XGIMI eine Reservierungsphase auf seiner offiziellen Website an, gefolgt von einer Crowdfunding-Kampagne und anschließend dem regulären Verkauf über die bekannten Händler. Wie bei früheren Kickstarter-Produkten dürften die ersten Käufer von besonders günstigen Konditionen profitieren.
Die Einführungsphase könnte für alle interessant sein, die einen hochwertigen Ultrakurzdistanzprojektor kaufen möchten. Allerdings muss sich erst zeigen, ob der XGIMI Aura 3 Max seine Versprechen hält und genügend Neuerungen bietet, um seinen Preis zu rechtfertigen. Genau das möchte ich mit meinen üblichen Messungen zu Helligkeit, Kontrast und Farbtreue sowie mit einem Praxistest herausfinden.
Vorbestellung auf der offiziellen Website: XGIMI Aura 3 Pro und Max (xgimi.com)
Chronologie
24.09.2026: Die beiden neuen XGIMI Aura 3 sind eingetroffen. Der Test kann beginnen. Er sollte etwa am 10. Oktober fertig sein. Falls der Artikel bei eurem Besuch noch nicht vollständig ist, schaut einfach ein paar Tage später wieder vorbei.20.10.2026: Voraussichtlicher Start der Kickstarter-Kampagne
Warum dieser Projektor?
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, hatte XGIMI seine Ultrakurzdistanzprojektoren seit fast zwei Jahren nicht mehr erneuert. Inzwischen hat sich der Markt stark weiterentwickelt, unter anderem durch Marken wie Formovie, AWOL, Valerion und Hisense. Diese Hersteller haben mit mehr Helligkeit, besserem Kontrast und neuen Funktionen dafür gesorgt, dass Projektoren zunehmend an das Erlebnis hochwertiger Fernseher heranreichen.XGIMI war in der Zwischenzeit keineswegs untätig. Das Unternehmen hat bei anderen Produktreihen, insbesondere Horizon 20 und Titan Noir, zahlreiche Neuerungen eingeführt. Um das Sortiment zu vervollständigen, fehlte eigentlich nur noch eine neue Aura-Generation, die diese Fortschritte auch zu den Ultrakurzdistanzprojektoren bringt.
Mit dem Aura 3 Pro und dem Aura 3 Max zeigt XGIMI deutlich seine Ambitionen. Beide Modelle haben einen Großteil ihrer technischen Eigenschaften gemeinsam und unterscheiden sich vor allem bei Helligkeit und Kontrast.
XGIMI Aura 3 Pro: 4100 lumens / 7000:1
XGIMI Aura 3 Max: 5700 lumens / 8000:1
XGIMI Aura 2: 2300 lumens / 1500:1
Auf dem Papier ist der Fortschritt beeindruckend. Der XGIMI Aura 3 Max verspricht fast die zweieinhalbfache Helligkeit seines Vorgängers und einen noch stärkeren Anstieg beim angegebenen Kontrast. Sollten meine Messungen diese Werte bestätigen, wäre das ein großer Sprung für die Aura-Reihe.
Die Neuerungen beschränken sich aber nicht auf diese beiden Eigenschaften. XGIMI hat auch die Technik seiner neuen Projektoren umfassend überarbeitet und Verbesserungen bei der Bildqualität und der Bedienung vorgenommen.
Zu den wichtigsten angekündigten Neuerungen gehören:
- Eine Triple-Laser-Lichtquelle anstelle der Dual-Light-Technik des Aura 2.
- Ein dynamisches Kontrastsystem in Verbindung mit einer doppelten mechanischen Irisblende für tiefere Schwarzwerte.
- Eine Bildverarbeitung, die die Wahrnehmung des Regenbogeneffekts reduzieren soll.
- Neue KI-gestützte Algorithmen zur Bildverarbeitung.
- Unterstützung für Dolby Vision und IMAX Enhanced.
- 4K mit 120 Hz und eine sehr niedrige Latenz beim Gaming.
- Ein Audiosystem mit angegebenen 80 Watt Leistung.
- Eine verbesserte Zwischenbildberechnung.
- Eine Farbraumabdeckung bis hin zu Rec.2020.
Diese Liste zeigt, wie stark XGIMI die Aura-Reihe weiterentwickeln möchte. Viele dieser Technologien kamen bereits bei den Serien Horizon 20 und Titan Noir zum Einsatz. Der Aura 3 Pro und der Aura 3 Max vereinen offenbar die wichtigsten Fortschritte von XGIMI aus den letzten zwei Jahren – diesmal in einem Ultrakurzdistanzformat.
Gerade bei dieser Projektorbauart ist die Kombination dieser Technologien interessant. Die höhere Helligkeit könnte große Bilddiagonalen komfortabler machen, auch in einem Raum, der nicht vollständig abgedunkelt ist. Der verbesserte Kontrast könnte wiederum eine der größten Schwächen beheben, die ich beim Aura 2 festgestellt hatte, vor allem in Filmen mit vielen dunklen Szenen.
Allerdings muss sich erst noch zeigen, wie gut diese Neuerungen tatsächlich funktionieren. Hohe Helligkeit garantiert nicht automatisch ein gutes Bild. Ebenso bedeutet ein beworbener Kontrast von 8.000:1 nicht, dass dieser Wert unter allen Bedingungen erreicht wird. Deshalb werde ich besonders den dynamischen Kontrast, den Helligkeitsverlust durch die doppelte Iris und die Farbtreue untersuchen.
XGIMI ist in diesem Markt natürlich nicht allein, und die Konkurrenz hat die Messlatte in den letzten Jahren sehr hoch gelegt. Mit den angekündigten Eigenschaften und den Einführungspreisen haben der Aura 3 Pro und der Aura 3 Max dennoch gute Argumente, um Heimkinofans anzusprechen.
Jetzt muss sich zeigen, ob die gemessene Leistung die Versprechen erfüllt. Genau darum geht es in diesem Test: über die technischen Daten hinauszugehen, zu prüfen, was der XGIMI Aura 3 Max wirklich leisten kann, und festzustellen, ob diese Generation gegenüber dem Aura 2 einen echten Wendepunkt darstellt.
Auspacken
Im Karton des XGIMI Aura 3 Max befinden sich der Projektor, ein Netzkabel, eine Fernbedienung, zwei Batterien, eine Bedienungsanleitung und … zwei 3D-Brillen! Ich hatte schon lange keine 3D-Brillen mehr im Lieferumfang eines Projektors gesehen und dachte, die Hersteller hätten das Thema aufgegeben. Allerdings bekomme ich weiterhin regelmäßig Fragen zu 3D. Offenbar gibt es also noch genügend Interesse, um die Brillen beizulegen.
Die Fernbedienung entspricht im Wesentlichen denen der Serien Horizon 20 und Titan Noir. Sowohl die Farben als auch die Anordnung der Tasten sind sehr ähnlich. Sie erkennt Bewegungen und einige Tasten sind beleuchtet.
Die Bedienungsanleitung gilt für den Aura 3 Pro, den Aura 3 Max und … den Aura 3 Ultra Max. Letzterer ist zum Testzeitpunkt noch nicht erhältlich, könnte aber in den kommenden Wochen zur Aura-3-Familie stoßen. Auch ein Basismodell würde mich nicht überraschen. Das entspräche der Strategie von XGIMI bei anderen Serien mit einer Basisversion, Pro, Max und Ultra Max.
Der Projektor ist recht groß: Er misst 58,8 cm in der Breite, 29,5 cm in der Tiefe und 13,8 cm in der Höhe. Sein Vorgänger war mit 51 × 27 × 14,4 cm etwas kleiner. Das Gewicht ist mit rund 9 kg ähnlich.
Verarbeitung und Design
Bevor ich euch den neuen Projektor vorstelle, werfen wir kurz einen Blick zurück auf den XGIMI Aura 2:
XGIMI hatte sich damals für einen skandinavisch wirkenden Stil mit hellen Farben und Stoffbespannung entschieden. Der neue Aura 3 Max geht optisch in eine ganz andere Richtung.
Das neue Modell ist deutlich kantiger und größer als sein Vorgänger. Die Vorderseite besitzt eine Oberfläche in lackierter Holzoptik, wie man sie aus luxuriösen Autos kennt. Dahinter verbirgt sich ein 80-Watt-Audiosystem von Harman Kardon. Das ist deutlich mehr Leistung als bei den anderen XGIMI-Modellen, die ich bisher getestet habe.
Das Gitter in Holzoptik setzt sich an den Seiten fort. Hinten weicht es einer eher klassischen Kunststoffoberfläche, wie man sie von dieser Geräteklasse kennt.
Die Anschlüsse auf der Rückseite sind umfangreich. Von links nach rechts findet man einen RJ45-Ethernetanschluss, einen optischen S/PDIF-Audioausgang, eine Klinken-Audiobuchse, zwei USB-2.0-Ports, einen USB-3.0-Port und drei HDMI-Anschlüsse, von denen einer eARC unterstützt (HDMI 2).
Die Optik wird durch eine Klappe geschützt, die sich ähnlich wie eine Motorhaube öffnet. Beim Vorgänger kam stattdessen eine Art verschiebbare Abdeckung zum Einsatz.
Im geöffneten Zustand verdeckt die Klappe den optischen Block. Das gefällt mir, denn dadurch sieht man keine störenden Reflexionen im mittleren Bereich des Projektors.
Der Stromanschluss befindet sich wie bei vielen Geräten dieser Art auf der Rückseite. Meiner Meinung nach wäre die Seite günstiger gewesen. Bei einem so kurzen Projektionsabstand könnte man das Gerät dadurch näher an die Leinwand stellen und etwas Platz sparen.
An der Unterseite befinden sich vier kleine verstellbare Füße, mit denen sich der Projektionswinkel etwas anpassen lässt.
Technisch unterscheidet sich dieser Projektor stark von der vorherigen Generation. Wahrscheinlich hat XGIMI auch deshalb das Design grundlegend verändert. Mir gefällt das Ergebnis: Das Gerät kann problemlos im Wohnzimmer stehen, ohne dass man es verstecken muss. Wer den Projektor lieber in einem Möbelstück unterbringen möchte, kann das natürlich ebenfalls tun. Ich habe beispielsweise dieses Möbel mit motorisierter Schublade getestet:
Shore RolaTV: TV-Lowboard für Laser-TV und Heimkino
Bei einem solchen Möbel müsst ihr im Auszug 22 cm Höhe freilassen, damit sich die Abdeckung des Projektors öffnen kann.
Stromverbrauch
Den Stromverbrauch habe ich auf einer weißen Leinwand gemessen, zunächst mit Laserstufe 1 und dann mit Stufe 10. Bei Stufe 1 lag die Leistungsaufnahme knapp unter 100 Watt, bei Stufe 10 etwas über 200 Watt. Das sind für diese Projektorklasse vernünftige Werte. Allerdings verbrauchen die Modelle Horizon 20 und Titan Noir bei gleicher oder sogar höherer Helligkeit weniger Strom.Betriebsgeräusch
Direkt am Projektor habe ich etwas mehr als 41 dB und in einem Meter Entfernung 38,6 dB gemessen. Das mag recht hoch erscheinen, doch ich vermute besonders bei der Messung aus einem Meter Entfernung ein Störgeräusch in meinem Raum. In der Praxis ist der Projektor ziemlich unauffällig. Man hört ein leichtes Summen, das beim Filmschauen vollständig vom Ton überdeckt wird. Im Modus „Vivid“ wird er etwas lauter. Da dieser Modus die Farben zu stark verfälscht, empfehle ich ihn ohnehin nicht. Manchmal ist beim Verstellen der Iris ein zusätzliches leises Brummen zu hören, aber nichts Besorgniserregendes.Bildqualität
FarbtreueWeitere Informationen zur Farbwiedergabe
Die Farbtreue ist keine rein subjektive Frage, sondern lässt sich messen. Dazu verwendet man ein Kolorimeter oder Spektrometer, das die Abweichung zwischen der Sollfarbe und der dargestellten Farbe ermittelt. Die Differenz wird als Delta E (dE) angegeben. Ein dE-Wert über 3 weist auf eine für das menschliche Auge wahrnehmbare Abweichung hin.
Der dE-Wert sollte daher möglichst niedrig sein. Direkt ab Werk erreichen Projektoren allerdings nur selten Werte unter 3; häufig liegen sie zwischen 5 und 10. Erst durch eine Kalibrierung lassen sich die Farben genauer einstellen.
Für eine perfekte Kalibrierung sollte man einen Fachmann beauftragen. Ich teile hier meine eigenen Einstellungen, die für meinen Aufbau gelten. Bei euch können sie ebenfalls funktionieren, aber garantiert ist das nicht. Betrachtet sie daher eher als Orientierungshilfe.
Mit einer weißen Leinwand
Zunächst messe ich die Weißdarstellung in mehreren Bildmodi, um die vielversprechendste Einstellung für die Farbtreue zu ermitteln.
| Bildmodus | Anzahl Messungen | Mittleres Delta E | Mittlere Farbtemperatur (K) |
|---|---|---|---|
| Standard | 5 | 10.43 | 8261 |
| Movie | 5 | 5.29 | 6327 |
| Vivid | 5 | 11.14 | 8561 |
| Game | 5 | 10.91 | 8514 |
| Sports | 4 | 10.75 | 8498 |
| Film maker | 5 | 3.39 | 6360 |
| ISF Day | 5 | 3.55 | 6247 |
| ISF Night | 5 | 4.12 | 6287 |
Diese Modi nutzen viele ähnliche Einstellungen, was die vergleichbaren Ergebnisse erklärt. Die geringste Farbabweichung bei Primär- und Sekundärfarben erreichte ich mit dem Filmmaker-Modus. Hier sind die Messergebnisse:
| Bildmodus | Iris | Weiß | Rot | Grün | Blau | Gelb | Cyan | Magenta | Mittleres Delta E |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Film maker | F2 | 3.39 | 3.22 | 2.09 | 4.63 | 3.60 | 3.24 | 2.09 | 3.18 |
| Film maker | F3 | 2.15 | 3.61 | 2.02 | 4.83 | 3.51 | 3.09 | 1.98 | 3.03 |
| Film maker | F4 | 3.86 | 4.95 | 2.10 | 4.84 | 3.40 | 2.82 | 2.12 | 3.44 |
| Film maker | F5 | 7.07 | 4.36 | 2.07 | 4.80 | 3.87 | 4.17 | 3.39 | 4.25 |
| Film maker | F7 | 6.70 | 4.95 | 1.93 | 4.44 | 4.84 | 4.20 | 3.47 | 4.36 |
| Film maker | Dynamic | 12.32 | 4.93 | 2.11 | 4.03 | 6.85 | 3.85 | 3.83 | 5.42 |
Und wie sieht es mit HDR aus?
Hier zunächst die Weißmessungen, bevor ich mich auf einen einzelnen Bildmodus konzentriere:
| Bildmodus | Mittleres Delta E |
|---|---|
| Standard | 10.81 |
| Movie | 3.14 |
| Vivid | 11.10 |
| IMAX | 4.15 |
| Game | 11.17 |
| Sports | 11.09 |
| Film maker | 3.78 |
| ISF Day | 4.70 |
| ISF Night | 4.41 |
| Bildmodus | Iris | Weiß | Rot | Grün | Blau | Gelb | Cyan | Magenta | Mittleres Delta E |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Film maker | F2 | 3.78 | 1.92 | 0.89 | 2.04 | 2.22 | 2.76 | 0.43 | 2.01 |
| Film maker | F3 | 7.03 | 1.90 | 0.87 | 2.09 | 3.41 | 3.11 | 1.13 | 2.79 |
| Film maker | F4 | 4.14 | 2.62 | 0.96 | 2.18 | 2.32 | 2.64 | 1.19 | 2.29 |
| Film maker | F5 | 2.65 | 3.75 | 1.19 | 1.74 | 4.24 | 2.98 | 1.41 | 2.57 |
| Film maker | F7 | 7.54 | 4.94 | 1.50 | 2.20 | 4.70 | 4.04 | 1.77 | 3.81 |
| Film maker | Dynamic | 12.94 | 3.99 | 1.75 | 1.61 | 5.67 | 3.36 | 2.62 | 4.56 |
Mit einer ALR-Leinwand
| Bildmodus | Mittleres Delta E von Weiß |
|---|---|
| Standard | 12,73 |
| Movie | 6,49 |
| Vivid | 12,32 |
| Game | 12,16 |
| Sports | 12,89 |
| Filmmaker | 4,87 |
| ISF Day | 7,73 |
| ISF Night | 3,94 |
Helligkeit
Weitere Informationen zur Helligkeit
Die Helligkeit ist bei einem Projektor von entscheidender Bedeutung. Sie wird in ANSI-Lumen angegeben. Die Werte der Hersteller liegen häufig über dem, was man in der Praxis erreicht.
Ich messe die Beleuchtungsstärke mit einem Luxmeter und rechne die Werte anhand der Projektionsfläche in ANSI-Lumen um. So erhalte ich eine Schätzung der tatsächlichen Lichtleistung.
Auch ein sehr heller Projektor kann in einem stark beleuchteten Raum nicht mit einem Fernseher mithalten. Natürliches oder künstliches Umgebungslicht verringert den Bildkontrast erheblich. Unter 1.000 ANSI-Lumen sollte man den Projektor in völliger Dunkelheit verwenden.
Ich habe die Helligkeit in allen verfügbaren Bildmodi und mit verschiedenen Laserleistungsstufen gemessen. Angegeben sind 5.700 ISO-Lumen, doch dieser Wert scheint nur im Boost-Modus erreichbar zu sein. Dort bekommt das Bild einen Grünstich und der Projektor klingt wie ein Haartrockner. Ohne diesen Modus erzielt „Vivid“ die höchste Helligkeit, mit einem Spitzenwert von 3.112 Lumen. Empfehlen kann ich ihn allerdings nicht: Die Farben sind ungenau, und selbst auf einer weißen Leinwand fällt deutlich mehr Speckle auf. Vielleicht ändert ein Update noch etwas, zum Zeitpunkt meines Tests rate ich jedoch von „Vivid“ ab.
Welche Alternative bleibt? Meiner Ansicht nach liefert der Movie-Modus das schönste Bild mit maximal gemessenen 2.674 Lumen. Das ist ungefähr die Hälfte der Herstellerangabe, aber immer noch ein ordentlicher Wert. Damit könnte ich zum nächsten Kapitel übergehen. Bei einem Projektor dieser Art sollte man jedoch etwas genauer über die gewählte Konfiguration nachdenken.
Warum? Der Projektor besitzt eine mechanische Irisblende, die sich wie bei einer Kamera öffnet und schließt – oder wie in den Vorspännen der James-Bond-Filme. Wenn sich die Blende schließt, sinkt die Helligkeit, während der Kontrast steigt. Die 2.674 Lumen habe ich bei Irisstufe 2 gemessen, also bei der offensten hier verwendeten Stellung mit dem niedrigsten Kontrast. Wer mehr Kontrast möchte, muss die Blende etwas schließen und einen Helligkeitsverlust akzeptieren.
Die folgende Tabelle zeigt, wie sich die Iris auf die Helligkeit auswirkt. Den Einfluss auf den Kontrast bespreche ich später. Zuvor empfehle ich meinen Rechner unterhalb der Tabelle: Damit könnt ihr den Lichtbedarf für eure Leinwandgröße bestimmen und den besten Kompromiss zwischen Helligkeit und Kontrast finden.
| Bildmodus | Iris | Aura 3 Pro (lumens) | Aura 3 Max (lumens) |
|---|---|---|---|
| Standard | 2 | 1956 | 2499 |
| Standard | 3 | 1565 | 2016 |
| Standard | 4 | 1135 | 1344 |
| Standard | 5 | 842 | 935 |
| Standard | 7 | 353 | 409 |
| Standard | Dynamic | 1451 | 1870 |
| Movie | 2 | 1972 | 2674 |
| Movie | 3 | 1570 | 2075 |
| Movie | 4 | 1141 | 1395 |
| Movie | 5 | 847 | 964 |
| Movie | 7 | 358 | 416 |
| Movie | Dynamic | 1462 | 1958 |
| Vivid | 2 | 2576 | 3112 |
| Vivid | 3 | 2065 | 2433 |
| Vivid | 4 | 1510 | 1746 |
| Vivid | 5 | 1119 | 1220 |
| Vivid | 7 | 472 | 584 |
| Vivid | Dynamic | 1934 | 2353 |
| Film Maker | 2 | 1978 | 2681 |
| Film Maker | 3 | 1559 | 2053 |
| Film Maker | 4 | 1141 | 1388 |
| Film Maker | 5 | 847 | 957 |
| Film Maker | 7 | 358 | 409 |
| Film Maker | Dynamic | 1462 | 1965 |
| Game | 2 | 1983 | 2528 |
| Game | 3 | 1565 | 2009 |
| Game | 4 | 1135 | 1344 |
| Game | 5 | 847 | 935 |
| Game | 7 | 353 | 401 |
| Game | Dynamic | 1440 | 1885 |
| Sports | 2 | 1956 | 2506 |
| Sports | 3 | 1548 | 2002 |
| Sports | 4 | 1135 | 1344 |
| Sports | 5 | 842 | 935 |
| Sports | 7 | 353 | 401 |
| Sports | Dynamic | 1445 | 1878 |
| ISF Day | 2 | 1983 | 2689 |
| ISF Day | 3 | 1576 | 2068 |
| ISF Day | 4 | 1141 | 1395 |
| ISF Day | 5 | 853 | 957 |
| ISF Day | 7 | 358 | 409 |
| ISF Day | Dynamic | 1467 | 1958 |
| ISF Night | 2 | 1975 | 2659 |
| ISF Night | 3 | 1570 | 2053 |
| ISF Night | 4 | 1146 | 1373 |
| ISF Night | 5 | 842 | 957 |
| ISF Night | 7 | 358 | 409 |
| ISF Night | Dynamic | 1462 | 1951 |
Mit dem folgenden Rechner könnt ihr ermitteln, welche Leinwandgröße zur vorhandenen Helligkeit passt. Außerdem lassen sich andere von mir in den vergangenen sechs Monaten gemessene Projektoren vergleichen. Denkt daran, dass es sich um ein Ultrakurzdistanzmodell handelt: Der Projektionsabstand ist entsprechend gering und wird zwischen dem optischen Block und der Projektionsfläche gemessen.
Bei völliger Dunkelheit sind je nach gewünschter Helligkeit ungefähr 170 Zoll mit Iris 2, 160 Zoll mit Iris 3, 135 Zoll mit Iris 4, 120 Zoll mit Iris 5 und 70 Zoll mit Iris 7 möglich. Iris 7 ist für mich allerdings kaum sinnvoll: Der Helligkeitsverlust ist enorm, während der zusätzliche Kontrast relativ begrenzt bleibt. Fast schon eine rein dekorative Einstellung.
Kann man diesen Projektor bei Tageslicht verwenden?
Meine Antwort zeigt ein Bild auf einer weißen Leinwand. Unter diesen Bedingungen lautet sie eindeutig nein: Dunkle Szenen wirken so ausgewaschen, dass sie kaum noch angenehm anzusehen sind. Mit einer ALR-Leinwand lässt sich das Ergebnis verbessern. Direkt nach diesem Bild aus Batman zeige ich dazu ein Videobeispiel.
Ich habe meine weiße Leinwand mit meiner ALR-Leinwand verglichen, jeweils in einem abgedunkelten und einem beleuchteten Raum: Wie bereits erwähnt, rate ich von einer weißen Leinwand in hellen Räumen ab. Helle Szenen bleiben zwar sichtbar, doch das Bild wirkt stark ausgewaschen. Mit einer ALR-Leinwand verbessert sich die Situation deutlich, auch wenn Umgebungslicht den Kontrast zwangsläufig reduziert. In einem sehr hellen Raum kann ein Projektor nicht mit einem Fernseher mithalten.
Kontrast
Weitere Informationen zum Kontrast
Der On/Off-Kontrast misst den Unterschied zwischen Weiß und Schwarz. Daraus lässt sich ableiten, wie gut ein Projektor dunkle Szenen darstellen kann.
Ein Wert unter 500:1 ist sehr niedrig. Das fällt besonders in dunklen Filmszenen auf, in denen Details verloren gehen. Bei Sportübertragungen, hellen Filmen oder Zeichentrick ist es weniger problematisch.
Ein geringer Kontrast bedeutet nicht, dass ein Projektor unbrauchbar ist. Bei Filmen wie Aliens kann es aber schwierig werden, in den dunklen Szenen noch Details zu erkennen.
Bevor ich auf die Kontrastmessungen eingehe, zeige ich euch meine übliche Szene aus Batman. Wie ihr sehen könnt, bleiben viele Details auch in den dunklen Bereichen erhalten. Das liefert bereits einen ersten Hinweis auf das Kontrastniveau.
Der Kontrast gehört zu den wichtigsten Verkaufsargumenten dieses Projektors. Wie bei der Helligkeit entsprechen die Herstellerangaben nicht zwangsläufig den Werten im normalen Betrieb. Falls die maximale Helligkeit im Boost-Modus gemessen wurde, könnte das auch für den Kontrast gelten. Da dieser Modus für mich nicht sinnvoll nutzbar ist, habe ich die Messungen mit einer ansehnlichen Bildeinstellung durchgeführt. Ich wählte den Standardmodus, die Ergebnisse sind in den anderen Modi jedoch sehr ähnlich. Wie schon bei der Titan-Noir-Serie hat die Irisstellung einen weitaus größeren Einfluss auf den Kontrast als der gewählte Bildmodus.
Hier seht ihr meine Kontrastmessungen für die einzelnen Irisstufen. Ich habe auch den Einfluss der Laserleistung untersucht, dabei aber etwas niedrigere Werte erzielt. Die folgenden Messungen erfolgten auf einer weißen Leinwand und mit deaktivierter Schwarzoptimierung (DBLE).
| Bildmodus | Laser | Iris | Kontrast |
|---|---|---|---|
| Standard | 10 | 2 | 1644:1 |
| Standard | 10 | 3 | 2845:1 |
| Standard | 10 | 4 | 4181:1 |
| Standard | 10 | 5 | 4740:1 |
| Standard | 10 | 7 | 5091:1 |
| Standard | 10 | Dynamic | 3507:1 |
DBLE lässt sich in den erweiterten Bildeinstellungen aktivieren. Der Projektor analysiert dann das Bild in Echtzeit, um dunkle Bereiche weiter abzudunkeln. Über diese Funktion wurde bereits viel diskutiert – oder besser gesagt, es wurden viele Tastaturen beansprucht. Bei den ersten Generationen mit DBLE konnte es zu erheblichen Farbverschiebungen kommen. Mit der Titan-Noir-Serie wurde das deutlich besser, auch wenn Untertitel den Betrieb noch beeinflussen konnten.
Bei aktivem DBLE wird der Schwarzwert so niedrig, dass meine Messsonde ihn nicht mehr direkt erfassen kann. Der dynamische Kontrast ist deshalb eine Hochrechnung aus den Messwerten, die ich noch ermitteln konnte. Damit komme ich auf ungefähr 50.000:1 – ein enormer Wert. Auch andere Projektoren von XGIMI und der Konkurrenz erreichen inzwischen dieses Niveau. Entscheidend ist jedoch, dass diese Bildverarbeitung die Farbtreue nicht beeinträchtigt.
Und im Vergleich zum XGIMI Aura 3 Pro?
| Iris | Aura 3 Pro / Ecran blanc | Aura 3 Pro / Écran ALR | Aura 3 Max / Ecran blanc | Aura 3 Max / Écran ALR |
|---|---|---|---|---|
| 2 | 1621:1 | 1667:1 | 1644:1 | 2001:1 |
| 3 | 2526:1 | 2723:1 | 2845:1 | 3267:1 |
| 4 | 3317:1 | 3606:1 | 4181:1 | 4484:1 |
| 5 | 3444:1 | * | 4740:1 | * |
| 7 | 3250:1 | * | 5091:1 | * |
| Dynamic | 4603:1 | * | 5167:1 | 6061:1 |
Bildschärfe
Ich habe die Bildschärfe aus verschiedenen Winkeln und über die gesamte Leinwandfläche untersucht. Insgesamt ist sie gut und sogar etwas besser als beim Pro: An manchen Konturen sehe ich nicht dieselben Farbsäume. Buchstaben und Formen bleiben über die gesamte Projektionsfläche klar definiert. Zwischenbildberechnung
Weitere Informationen zur Bewegungskompensation (MEMC)
Viele Projektoren arbeiten mit einer Bildwiederholfrequenz von 60 Hz, das heißt, sie aktualisieren das Bild 60-mal pro Sekunde. Viele Filme wurden hingegen mit 24 Bildern pro Sekunde aufgenommen. Der Film liefert also nur 24 unterschiedliche Bilder, während der Projektor die Darstellung 60-mal aktualisiert.
Dadurch kann es zu Rucklern kommen. Manche Projektoren gleichen diese mit einer Zwischenbildberechnung (MEMC) aus. Wird sie zu stark eingestellt, entsteht der sogenannte Soap-Opera-Effekt: Das Bild wirkt künstlich, ähnlich wie bei manchen Fernsehserien aus den Achtzigerjahren.
Projektoren arbeiten häufig mit einer höheren Bildwiederholfrequenz als die Bildrate von Filmen. Je nachdem, wie dieser Unterschied verarbeitet wird, können bei schnellen Bewegungen Ruckler auftreten.
Leinwandwahl
Weitere Informationen zur Leinwandwahl
Eine Leinwand ist nicht bei jedem Projektor zwingend notwendig. Das hängt vom Gerät und der vorhandenen Projektionsfläche ab.
Ich habe zahlreiche Leinwände getestet und in meinem Vergleich zusammengestellt, damit ihr ein zu eurem Projektor und Budget passendes Modell finden könnt.
Dort erläutere ich die Unterschiede zwischen weißen und grauen Leinwänden sowie solchen, die Umgebungslicht gezielt zurückweisen.
Leinwände im Vergleich
Bei Leinwandempfehlungen bin ich normalerweise eher zurückhaltend. Eine gute Leinwand kostet viel Geld und ist nicht immer notwendig. Ich möchte euch nicht zu unnötigen Ausgaben verleiten. Deshalb ist die Leinwand oft das erste Zubehörteil, dessen Kauf ich besonders sorgfältig abwägen würde. Bei einem Ultrakurzdistanzprojektor sehe ich das aus zwei Gründen etwas anders.
Der erste Grund ist physikalischer Natur. Da das Bild von unten projiziert wird, muss die Projektionsfläche absolut eben sein: Schon kleine Unebenheiten können das Bild verformen. Der zweite Grund ist das Umgebungslicht. Wenn ihr den Projektor ausschließlich im Dunkeln nutzt, kann eine günstige weiße Leinwand völlig ausreichen. Ich verwende ein einfaches Modell für 120 €. Meine Messungen zeigen zwar leichte Farbveränderungen, aber mit bloßem Auge ist das bisher niemandem aufgefallen.
Wenn ihr den Projektor in einem beleuchteten Raum nutzen möchtet, rate ich dagegen von einer weißen Leinwand ab. Das Ergebnis dürfte enttäuschen und die Stärken des Projektors kommen nicht richtig zur Geltung. Eine speziell für Ultrakurzdistanzprojektoren geeignete ALR-Leinwand ist dann deutlich interessanter. Sie lenkt mehr des nutzbaren Lichts zum Zuschauer und weist einen Teil des Umgebungslichts ab, wodurch dunkle Bildbereiche besser erhalten bleiben. Wunder darf man nicht erwarten: In einem sehr hellen Raum bleibt ein Fernseher überlegen. Gegenüber einer weißen Leinwand ist das Ergebnis aber deutlich besser nutzbar.
Weiter oben findet ihr ein Video, das diese verschiedenen Situationen zeigt. Tageslichtbetrieb mit einer ALR-Leinwand ist möglich, allerdings leidet der Kontrast darunter. Vor allem dunkle Bereiche werden vom Umgebungslicht beeinflusst: Was eigentlich fast schwarz sein sollte, erscheint grau. Im Dunkeln funktioniert die ALR-Leinwand problemlos und sorgt für deutlich tiefere Schwarzwerte als eine weiße Leinwand.
Falls euch eine der von mir getesteten Leinwände interessiert, findet ihr hier die Links:
Motorisierte NothingProjector-ALR-Leinwand mit 120 Zoll: Testbericht
Vevor-Leinwand
Laser-Speckle
Triple-Laser-Projektoren können stärker zu Speckle neigen, einem feinen, körnig schimmernden Muster auf dem Bild. Es entsteht durch Interferenzen des kohärenten Laserlichts bei der Streuung an der Projektionsfläche. Wie sichtbar es ist, hängt unter anderem vom Projektor, der Leinwand und den Betrachtungsbedingungen ab. Matte weiße Leinwände können den Effekt verringern, beseitigen ihn aber nicht zwingend. Manche ALR-Leinwände, graue Tücher oder Varianten mit hohem Gain verstärken ihn dagegen. Besonders bei Triple-Laser-Projektoren sollte man deshalb auf die Leinwandwahl achten.Auf der von mir getesteten NothingProjector-Leinwand war nur sehr wenig Speckle zu sehen. Um es zu erkennen, musste ich sehr genau hinsehen. In meinem Videotest werde ich diesem Phänomen eine eigene Sequenz widmen. Nicht alle Leinwände verhalten sich gleich: Manche machen Speckle deutlich sichtbarer als andere.
Regenbogeneffekt (RBE)
Diese Funktion ist auf meinem Testgerät noch nicht aktiviert.Audioqualität
Weitere Informationen zur Audioqualität
Ich nutze verschiedene Musikstücke, um die Klangqualität des Projektors zu demonstrieren. Die Wiedergabe wird jedoch immer durch die Qualität des Aufnahmegeräts begrenzt. Da ich stets dasselbe Gerät verwende, lassen sich die Unterschiede immerhin unter ähnlichen Bedingungen vergleichen.
Zur Klangdemonstration nutze ich regelmäßig bekannte, urheberrechtlich geschützte Titel. Deshalb kann es vorkommen, dass YouTube meine Videos sperrt. In diesem Fall könnt ihr versuchen, die Musik direkt auf YouTube anzuhören – sofern meine gesamte Aufnahme nicht blockiert wurde.
Der XGIMI Aura 3 Max verfügt wie der Aura 3 Pro über zwei 20-Watt-Hochtöner und zwei 20-Watt-Tieftöner, zusammen also 80 Watt. Die Lautsprecher stammen wie gewohnt von Harman Kardon. Der XGIMI Aura 2 war damals mein klanglich bester Projektor. Ich denke, dass die neue Generation diesen Platz mit noch mehr Leistung problemlos übernehmen kann. Für meinen Videotest habe ich eine Klangprobe aufgenommen, damit ihr euch selbst ein Bild machen könnt, sobald das Video verfügbar ist.
Dieses System lässt sich mit einer guten Soundbar vergleichen und bietet mehr als genug Leistung für einen Raum mit 20 m² wie meinen. Bei einer Lautstärke von 50/100 war es mir bereits zu laut, ohne dass ich Verzerrungen wahrgenommen hätte.
Die Klangqualität ist eindeutig eine Stärke der Aura-3-Reihe!
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Für ein gutes Spielerlebnis muss die Latenz eines Projektors niedrig sein. Sie beschreibt die Zeit zwischen einem Tastendruck am Controller und der sichtbaren Reaktion auf dem Bildschirm. Diese Verzögerung wird in Millisekunden gemessen und als Input Lag bezeichnet.
Ich messe sie mit einem Spezialgerät. Für schnelle Online-Ego-Shooter sollte sie unter 30 ms liegen. Bei Spielen, in denen es weniger auf schnelle Reaktionen ankommt, können auch Werte unter 100 ms für viele Situationen ausreichen.
Normalerweise teste ich ShadowRunner über GeForce Now auf meiner NVIDIA Shield, sofern das möglich ist. Ich spiele selten mit einem Controller und bin deshalb nicht besonders geschickt. Es geht aber darum, die Möglichkeiten des Projektors zu zeigen, nicht meine Fähigkeiten.
XGIMI hat sich mit niedriger Eingabeverzögerung und 4K-Modellen, die 120 Hz unterstützen, als feste Größe unter den Gaming-Projektoren etabliert. Hinzu kommen Funktionen wie ein einblendbares Fadenkreuz in der Bildmitte, das das Zielen erleichtert. Damit bewegt sich dieses Gerät beim Gaming im oberen Leistungsbereich.
Ich habe den Projektor mit meiner Xbox Series X getestet. Im Video findet ihr einen eigenen Abschnitt dazu. Für 4K mit 120 Hz sollte man HDMI 2 oder 3 verwenden, da der erste HDMI-Anschluss nicht genügend Bandbreite bietet. Außerdem braucht ihr ein Kabel, das diese Datenrate unterstützt (mindestens HDMI 2.1).
XGIMI Aura 3 Pro oder XGIMI Aura 3 Max?
Der wichtigste Unterschied zwischen diesen Projektoren ist die Helligkeit. Der Aura 3 Max ist heller und bietet dadurch mehr Spielraum beim Kontrast. Der Vorteil wird vor allem ab Irisstufe 3 und 4 sichtbar, wo der Kontrastgewinn deutlich größer ausfällt (siehe Vergleichstabelle). Rein auf diese beiden Eigenschaften bezogen liegt der Max vorne, doch für eine gute Kaufentscheidung muss man die gesamte Nutzungssituation betrachten.Ein hellerer Projektor ist nicht automatisch der bessere: Es kommt darauf an, wie ihr ihn einsetzen möchtet. Wenn ihr ausschließlich in völliger Dunkelheit projiziert, dürfte der Aura 3 Pro bereits völlig ausreichen – auch mit einer ALR-Leinwand und teilweise geschlossener Iris.
Hier einige Richtwerte für die möglichen Leinwandgrößen mit dem Aura 3 Pro bei völliger Dunkelheit:
Iris 2: 150 Zoll / 120 Zoll (weiße Leinwand, Gain 1 / ALR-Leinwand, Gain 0,6)
Iris 3: 140 Zoll / 105 Zoll
Iris 4: 120 Zoll / 90 Zoll
Diese Größen decken bereits viele Einsatzbereiche ab. Beim Max bekommt ihr jedoch zusätzliche Lichtreserven. Die könnt ihr nutzen, um die Iris weiter zu schließen und mehr Kontrast zu gewinnen, oder um den Einfluss von Umgebungslicht etwas zu reduzieren.
Der Max bietet mehr Helligkeit und Kontrast und hat auch bei Farbtreue und Bildschärfe einen kleinen Vorsprung gegenüber dem Pro.
Der Preisunterschied während der Kickstarter-Kampagne ist nicht sehr groß. Vergesst aber nicht, auch die Leinwand einzuplanen. Die 200 Euro Unterschied zwischen den beiden Projektoren könnten bereits einen Teil einer festen weißen Leinwand finanzieren.
Fazit / Meine Meinung
Ich habe das Glück, beide neuen XGIMI Aura 3 vor dem Verkaufsstart testen zu können. Zwar kostet es Zeit, bestimmte Tests nach jeder Firmware-Version zu wiederholen, dafür kann ich die Projektoren vor der Markteinführung viele Stunden lang nutzen und meinen Artikel schrittweise um neue Erkenntnisse ergänzen. Für XGIMI ist das ein zweischneidiges Schwert: Die Firmware ist noch nicht final, sodass mein Test durchaus Probleme aufdecken könnte, die vom Kauf abschrecken. Glücklicherweise ist bereits diese Vorabversion insgesamt sehr gelungen.Falls euch die vielen Zahlen beim Lesen etwas erschlagen haben, fasse ich die wichtigsten Erkenntnisse meines Tests noch einmal kurz zusammen:
- Farbtreue: Sowohl in SDR als auch in HDR ausgezeichnet. Mit ISF Night lässt sich sogar eine ALR-Leinwand nutzen, ohne dass Weiß stark abweicht.
- Kontrast: Meine Messungen liegen wie üblich unter den Herstellerangaben, die Leistung ist dennoch überzeugend. Ohne dynamischen Kontrast erreicht der Projektor mehr als 5.000:1. Mit aktivierter Schwarzoptimierung überschreitet der geschätzte Kontrast 50.000:1, ohne dass ich sichtbare Nachteile für das Bild feststellen konnte. Meine Testversion verfügte über eine doppelt so schnelle DBLE-Anpassung. Vielleicht erklärt das, warum ich damit keine abrupten Farbwechsel beobachtet habe.
- Helligkeit: Auch hier bleiben meine Werte unter den offiziellen Angaben. Trotzdem ist der Projektor sehr hell. Diese Lichtleistung könnt ihr entweder für eine große Leinwand nutzen oder teilweise zugunsten eines höheren Kontrasts opfern. Der Pro wird für viele Käufer bereits ausreichen. Wer mehr Reserven möchte, ist mit dem Max besser bedient.
- Bildschärfe: Die Konturen sind über das gesamte Bild gut definiert. Meiner Meinung nach ist das Ergebnis sogar etwas besser als beim Pro.
Und Speckle? Auf meiner weißen Leinwand habe ich praktisch nichts davon gesehen. Bei ALR-Leinwänden besteht ein Risiko, das vom verwendeten Tuch abhängt. Auf meiner Testleinwand war der Effekt sehr dezent und nur bei genauem Hinsehen erkennbar.
Die Bildqualität ist also ausgezeichnet. Für eine vollständige Bewertung muss man aber auch das Gaming-Erlebnis mit Konsole oder PC und die Audioqualität berücksichtigen. Mit dem Aura 3 Max holt XGIMI im Bereich der Ultrakurzdistanzprojektoren deutlich auf. Zum angekündigten Kickstarter-Preis wird es schwierig sein, ein Modell mit einem vergleichbaren Gesamtpaket zu finden.
Bei den Schwächen habe ich keinen größeren Hardwarefehler festgestellt, der vermutlich über die gesamte Lebensdauer bestehen bleiben würde. Die wichtigsten Verbesserungsmöglichkeiten betreffen die Software und könnten durch künftige Updates behoben werden. So scheint der 24p-Modus, der die Bildrate von Kinofilmen respektieren soll, derzeit keine Wirkung zu haben. Die Anti-RBE-Funktion ist noch nicht aktiv, obwohl sie bei der Titan-Noir-Reihe bereits verfügbar war. Hoffentlich wird das bald nachgebessert. Im Vivid-Modus drehen die Lüfter stärker auf und Speckle wird deutlich sichtbarer. Da ich diesen Modus ohnehin nicht empfehle, spielt das für meine Nutzung kaum eine Rolle. Außerdem werden einige Einstellungen in den Menüs noch nicht zuverlässig gespeichert. Das dürfte euch aber nur stören, wenn ihr wie ich ständig die Konfiguration wechselt.
Ich werde den Projektor auch nach der Markteinführung weiter nutzen und kann daher nach den kommenden Firmware-Updates zusätzliche Beobachtungen mit euch teilen.
Am schwierigsten finde ich bei XGIMI inzwischen die Auswahl des passenden Modells unter all den Projektoren, die das Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten veröffentlicht hat. Wenn ihr eine persönliche Empfehlung möchtet, füllt einfach den eingeblendeten Fragebogen aus – das ist kostenlos!





































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