Das Lankeleisi MG 600 Lite ist mit einem 250-Watt-Motor ausgestattet, der auf 25 km/h begrenzt ist (die Begrenzung lässt sich jedoch aufheben). Dadurch kann es in Europa ohne Führerschein oder zusätzliche Versicherung genutzt werden. Das Fahrrad ist exklusiv bei Buybestgear für etwas mehr als 1.000 € erhältlich, und in dieser Preisklasse gibt es viel Konkurrenz. Ich werde es deshalb meinem üblichen Test unterziehen, um herauszufinden, warum dieses Fahrrad so erfolgreich ist, und seine Stärken und Schwächen möglichst objektiv zu bewerten.
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Auspacken
Die Verpackung des Lankeleisi MG600 Lite ähnelt stark der anderer Fahrräder, die ich bereits getestet habe. Das Fahrrad ist sehr gut verpackt und geschützt. Das Auspacken dauert sogar länger als die Montage, weil zunächst sämtliche Schutzmaterialien entfernt werden müssen, bevor man mit dem Zusammenbau beginnen kann.
Die Montage ist nicht besonders schwierig. Im Vergleich zu manchen anderen Fahrrädern gibt es etwas mehr zu tun, weil alle Komponenten am Lenker manuell montiert werden müssen (Bremsen, Schalthebel usw.). Insgesamt ist der Zusammenbau aber unkompliziert.
Zum Fahrrad gehört eine vollständige Zubehörbox für Montage und Wartung. Darin befinden sich unter anderem eine Pumpe, ein Schloss, Inbusschlüssel, eine Klingel und ein Gashebel.
Technische Daten
| Modell | Lankeleisi MG600 Lite 2026 |
| Rahmen | Aluminiumlegierung 6061 |
| Motor | Elektromotor in der Hinterradnabe |
| Nennleistung | 250 W |
| Maximale Leistung | 650 W |
| Maximales Drehmoment | 65 Nm |
| Maximale unterstützte Geschwindigkeit | 25 km/h |
| Unterstützungssensor | Drehmomentsensor oder Trittfrequenzsensor, umschaltbarer Modus |
| Unterstützungsstufen | 5 Stufen |
| Fahrmodi | Elektrische Unterstützung / normales Pedalieren |
| Akku | Samsung lithium-ion 36 V / 20 Ah |
| Akkukapazität | 720 Wh |
| Angegebene Reichweite | 120 bis 150 km mit Unterstützung |
| Ladegerät | 36 V / 3 A |
| Ladezeit | Etwa 6 bis 8 Stunden |
| Schaltung | Shimano Altus 1 × 8 Gänge |
| Kettenblatt | 48 Zähne |
| Bremsen | Hydraulische Scheibenbremsen ZOOM HB876 |
| Vorderradfederung | Hydraulische Feder-/Ölgabel |
| Federweg vorne | 120 mm |
| Hinterradfederung | Keine Rahmenfederung |
| Sattelstütze | Gefederte Sattelstütze (neu bei der Version 2026) |
| Räder | 27,5 Zoll |
| Reifen | MAXXIS Ardent 27,5 × 2,4 Zoll |
| Display | LCD-Farbdisplay |
| Frontbeleuchtung | LED-Scheinwerfer |
| Rückbeleuchtung | Integriertes Rücklicht mit Blinkern |
| Schutzbleche | Aluminiumlegierung |
| Schutzart | IP54 |
| Angegebene maximale Steigung | 30° |
| Maximale Belastung | 200 kg |
| Empfohlene Körpergröße | 160 bis 195 cm |
| Länge des Sitzrohrs | 450 mm |
| Abmessungen | 190 × 85 × 111 cm |
| Gewicht des Fahrrads | 30 kg |
| Gewicht des Akkus | 4,16 kg |
| Gewicht mit Verpackung | 40,8 kg |
Überblick
Rahmen
Der Rahmen des Lankeleisi MG600 Lite ist sehr klassisch aufgebaut und verfügt über eine zentrale Öffnung, die das Auf- und Absteigen erleichtert. Das Fahrrad ist in drei Farben erhältlich. Ich habe die schwarze Version getestet und finde, dass diese Farbe gut passt, weil der Übergang zwischen Akku und Rahmen optisch weniger auffällt. Trotz seines relativ leichten Erscheinungsbildes wiegt das Fahrrad rund 30 kg. Es ist also kein Modell, das man einfach über die Schulter trägt.
Lenker
Auch der Lenker ist klassisch geformt. Er ist ziemlich breit (über 70 cm) und muss nach dem Auspacken vollständig montiert werden. Bremshebel, Schalthebel, Klingel und gegebenenfalls der Gashebel müssen angebracht werden. Für die Nutzung des Gashebels gelten andere Vorschriften: Das Fahrzeug kann dann rechtlich nicht mehr als normales Fahrrad gelten. Je nach Gesetzgebung in Ihrem Land können eine zusätzliche Versicherung und eine Zulassung erforderlich sein.
Motor
Der Motor hat eine Nennleistung von 250 Watt und ein Drehmoment von 65 Nm. Kurzzeitig kann die Spitzenleistung bis zu 650 Watt erreichen. Das ist eine recht klassische Konfiguration und entspricht dem aktuellen Trend, die Nennleistung auf höchstens 250 Watt zu begrenzen, um die Vorschriften in den meisten Ländern einzuhalten. 250 Watt reichen für eine wirksame Unterstützung im Alltag aus, während die Spitzenleistung von 650 Watt bei Bedarf kurzfristig zusätzliche Kraft liefert.
Kettenblatt/Kassette
Die größte Übersetzung aus Kettenblatt und Kassette beträgt 48x11. Das klingt zwar technisch, ist bei der Wahl eines Fahrrads aber ein wichtiger Faktor, denn diese Übersetzung bestimmt sowohl den nötigen Pedaldruck als auch die zurückgelegte Strecke pro Kurbelumdrehung.
Mit 27,5-Zoll-Rädern und einer 48x11-Übersetzung ergibt sich eine Entfaltung von etwa 9,6 Metern pro Kurbelumdrehung. Das ist für ein Fahrrad dieser Art viel und bedeutet, dass sich der achte Gang ziemlich schwer anfühlen kann, wenn man nicht regelmäßig Fahrrad fährt. Mir kommt diese Abstufung entgegen, weil ich auch gerne ohne Unterstützung fahre und dadurch bei höherem Tempo nicht zu schnell treten muss. Wer leichter treten möchte, kann einfach einige Gänge herunterschalten. Für mich ist das kein Nachteil – im Gegenteil: Dadurch lässt sich die Unterstützungsgrenze von 25 km/h überschreiten, ohne dass man mit sehr hoher Trittfrequenz fahren muss.
Mit dieser Übersetzung reichen 43 Kurbelumdrehungen pro Minute aus, um 25 km/h zu erreichen. Das ist relativ wenig.
Räder
Das Fahrrad ist mit 27,5-Zoll-Rädern ausgestattet, einem eher ungewöhnlichen Format. In Kombination mit der 48x11-Übersetzung sorgt diese Radgröße jedoch für eine gute Entfaltung. Das Reifenprofil ist stark ausgeprägt und bietet auf Wegen guten Grip. Auf den ersten Kilometern hatte ich fast den Eindruck, auf Saugnäpfen zu fahren, so stark schien sich das Profil auf der Straße festzukrallen. Auf nassem oder schlammigem Untergrund dürfte dieser Effekt geringer sein, aber dafür ist dieses Fahrrad ohnehin nicht in erster Linie gedacht.
Federung
Das Lankeleisi MG600 Lite verfügt vorne über eine Federung mit 12 cm Federweg, die Unebenheiten der Straße wirksam abfangen kann. Eine Hinterradfederung gibt es nicht, dafür ist die Version 2026 serienmäßig mit einer gefederten Sattelstütze von Zoom ausgestattet.
Bremsen
Das Fahrrad ist mit hydraulischen Scheibenbremsen von Zoom ausgestattet. Bremsen dieser Marke habe ich bereits an anderen Fahrrädern getestet und bisher immer eine gute Bremsleistung erzielt. Bei diesem Modell finde ich allerdings, dass der Druckpunkt zu spät kommt: Man muss die Hebel ziemlich kräftig ziehen, um die volle Bremsleistung zu erhalten. Wie der spätere Bremstest zeigt, ist die Bremswirkung selbst sehr gut, aber die Hebel müssen weiter durchgezogen werden als bei anderen Fahrrädern.
Sattel
Der Sattel selbst ist nichts Besonderes. Er ist breit und bequem und entspricht einem sehr üblichen Format. Interessanter ist die Federung der Sattelstütze, die das Fehlen einer Hinterradfederung teilweise ausgleichen soll. Das ist eine sinnvolle Lösung, weil sie die Kosten des Fahrrads niedrig hält und gleichzeitig Stöße vom Rücken fernhält. Diese Art von Federung funktioniert gut, solange der Fahrer nicht zu schwer ist. Wird sie bereits im Stand stark zusammengedrückt, bleibt nur wenig Federweg übrig. Ich wiege fast 100 kg und obwohl die Federung noch funktioniert, merke ich deutlich, dass der verfügbare Federweg begrenzt ist.
Akku
Der Akku hat eine Kapazität von 20 Ah und sollte damit eine Reichweite von mehr als 100 km ermöglichen. Die Ladezeit liegt bei 6 bis 8 Stunden. Während des Ladens habe ich an der Steckdose eine Leistungsaufnahme von 127 Watt gemessen. Der Ladevorgang verläuft allerdings nicht linear und wird auf den letzten 20 Prozent langsamer.
Auf die Reichweite gehe ich später im Test noch ausführlicher ein.
Display/Bedieneinheit
Das Display zeigt die wichtigsten Informationen wie Geschwindigkeit, Akkustand, Kilometerstand und Unterstützungsstufe an. Es bleibt auch bei direkter Sonneneinstrahlung gut ablesbar und lässt sich neigen, um beispielsweise Reflexionen zu vermeiden.
Die Bedieneinheit ähnelt der vieler anderer Fahrräder, die ich getestet habe, ihre Anordnung ist jedoch nicht ideal. Die Tasten + und - befinden sich in der Mitte statt auf der linken Seite. Da sie am häufigsten verwendet werden, sollten sie eigentlich leichter erreichbar sein. Zusätzlich sind sie schwergängiger als üblich. Vermutlich soll das versehentliche Ändern der Unterstützungsstufe verhindert werden, doch für meinen Geschmack ist dafür zu viel Druck nötig.
Zubehör
Das Lankeleisi MG600 Lite ist sehr umfangreich ausgestattet. Zur Serienausstattung gehören Front- und Rücklicht, hintere Blinker, Gepäckträger, Metall-Schutzbleche vorne und hinten sowie eine Halterung für einen Frontkorb. Der Seitenständer ist recht lang und gut positioniert, vibriert auf schlechten Straßen allerdings etwas. Außerdem lässt sich eine klassische Klingel am Lenker montieren, was ich begrüße, denn die Hupe des Fahrrads ist ziemlich aggressiv.
Test auf der Straße
Um Fahrräder unter möglichst gleichen Bedingungen zu testen, nutze ich mehrere feste Strecken. So kann ich das Verhalten der verschiedenen Modelle unter nahezu identischen Bedingungen vergleichen; im Wesentlichen ändert sich nur das Wetter. Als Referenz für längere Fahrten verwende ich immer meine rund 30 Kilometer lange Strecke.
Die folgende Grafik zeigt alle Messwerte, die auf der gesamten Strecke erfasst wurden. Sobald weitere Fahrräder verfügbar sind, können Sie dieses Modell dort auch direkt mit den anderen vergleichen.
Diese Werte stammen von einer Fahrt, bei der ich über die gesamte Strecke sehr stark gefahren bin. Sie entsprechen also keiner gemütlichen Ausfahrt; insbesondere die Herzfrequenz liegt deutlich höher als bei normalem Tempo. Die meiste Zeit fahre ich mit der niedrigsten Unterstützungsstufe und wechsle kaum den Gang, sondern bleibe im schwersten Gang. Ich bin allerdings auch kein Profisportler, daher sind diese Ergebnisse nicht außergewöhnlich.
Hier sind die Fahrzeiten der zuletzt getesteten Fahrräder:
Lankeleisi MG600 Lite (250 watts) 1:12:10
Dukawey FUGL 3.0 (250 watts) 1:12:32
Maximale Herzfrequenz: 162
Durchschnittliche Herzfrequenz: 145
Durchschnittsgeschwindigkeit: 25,9 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 47,8 km/h
Lankeleisi Kett 8 (250 watts) 1:13:41
Maximale Herzfrequenz: 151
Durchschnittliche Herzfrequenz: 140
Durchschnittsgeschwindigkeit: 26,4 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 51,7 km/h
Das Lankeleisi MG600 Lite hat die gleiche Kettenblatt-Konfiguration wie das Lankeleisi Kett 8, trotzdem habe ich damit eine deutlich bessere Zeit erzielt. Das liegt hauptsächlich an Gewicht und Bauform: Das MG600 Lite ist leichter und weniger wuchtig.
Meine bisher beste Zeit hatte ich mit dem Dukawey FUGL 3.0 erreicht, doch mit dem MG600 Lite war ich noch schneller. Bei genauerem Blick auf die Werte sieht man allerdings, dass der Vorsprung von 13 Sekunden mit einem höheren körperlichen Aufwand erkauft wird. Die Übersetzung des Dukawey ist leichter zu treten, sodass ich eine ähnliche Zeit mit weniger Anstrengung erreichen konnte.
Der größte Unterschied zwischen Dukawey und Lankeleisi liegt im erforderlichen Kraftaufwand. Das Dukawey lässt sich leichter treten, verlangt aber deutlich mehr und schnelleres Pedalieren. Wenn man stärker fahren möchte, ist sein Potenzial außerdem begrenzter als beim Lankeleisi. Das Lankeleisi bietet dank der gefederten Sattelstütze zudem mehr Fahrkomfort. Auch die Bewegungsfreiheit am Lenker ist beim MG600 Lite besser, weil ich selbst bei stark eingeschlagenem Lenker nicht Gefahr laufe, mit den Knien anzustoßen.
Bremstest
Um die Bremsleistung zu testen, prüfe ich zunächst jede Bremse einzeln und anschließend beide Bremsen gemeinsam. Für jeden Test beschleunige ich auf 25 km/h und bremse dann so stark wie möglich bis zum vollständigen Stillstand.
Mit dem Lankeleisi MG600 Lite habe ich folgende Ergebnisse erzielt:
| Konfiguration | Messung | Bremszeit | Theoretischer Bremsweg | Mittlere Verzögerung | Entsprechung in G |
|---|---|---|---|---|---|
| Vorderradbremse | 11:46 → 14:16 | 2,50 s | 8,68 m | 2,78 m/s² | 0,28 G |
| Hinterradbremse | 33:01 → 35:44 | 2,72 s | 9,43 m | 2,56 m/s² | 0,26 G |
| Beide Bremsen | 56:29 → 57:48 | 1,32 s | 4,57 m | 5,27 m/s² | 0,54 G |
Die angegebenen Bremswege sind theoretische Werte, die aus der Bremszeit berechnet wurden. Dabei wird eine konstante Verzögerung zwischen 25 km/h und dem vollständigen Stillstand angenommen.
| Bremsdauer | Bremsweg | Verzögerung | Entsprechung in G |
|---|---|---|---|
| 3,467 s | 12,04 m | 2,00 m/s² | 0,204 g |
| 2,011 s | 6,98 m | 3,45 m/s² | 0,352 g |
| 1,979 s | 6,87 m | 3,51 m/s² | 0,358 g |
So sieht das auf der Straße aus:
Die Bremswirkung ist also sehr effektiv, hinterlässt aber bei einer Vollbremsung eine deutliche Spur.
Geschwindigkeits-/Beschleunigungstest
| Unterstützung | 0→25 km/h* | 0→20 km/h* | 20→25 km/h | Höchstgeschwindigkeit |
|---|---|---|---|---|
| Stufe 0 | nicht erreicht | 20 324 ms | — | 24,48 km/h |
| Stufe 1 | 12 971 ms | 8 364 ms | 4 607 ms | 26,03 km/h |
| Stufe 2 | 12 680 ms | 6 878 ms | 5 802 ms | 25,34 km/h |
| Stufe 3 | 7 309 ms | 5 330 ms | 1 979 ms | 25,81 km/h |
| Stufe 4 | 7 590 ms | 6 108 ms | 1 482 ms | 25,70 km/h |
| Stufe 5 | 8 327 ms | 5 124 ms | 3 203 ms | 25,74 km/h |
* Der Start wird ab etwa 1 km/h gemessen, um GPS-Schwankungen im Stillstand zu vermeiden.
Die Stufen 1 und 2 liegen sehr nah beieinander:
Stufe 1: 12,97 s
Stufe 2: 12,68 s
Bei Stufe 3 gibt es dann einen deutlichen Sprung:
Stufe 3: 7,31 s
Stufe 4: 7,59 s
Stufe 5: 8,33 s
Ab Stufe 3 flacht die Leistungssteigerung deutlich ab, genau so habe ich es auch während des Tests empfunden. Der Wechsel auf Stufe 3 oder 4 bringt kaum noch zusätzlichen Geschwindigkeitsgewinn, verbraucht aber mehr Akku. Sinnvoller werden diese höheren Stufen vor allem bei starken Steigungen.
Steigungs-/Belastungstest
Der Test wurde jeweils über die gleiche Distanz von 690 Metern durchgeführt.
Die Durchschnittsgeschwindigkeit wird aus der für diese Strecke benötigten Zeit berechnet.
Die Herzfrequenz hilft dabei, die erreichte Geschwindigkeit in Relation zur körperlichen Belastung zu setzen.
| Modus | Zeit | Durchschnittsgeschwindigkeit | Durchschnittliche HF | Maximale HF | Durchschnittliche Pedalleistung | Arbeit des Fahrers |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ohne Unterstützung | 136 s | 17,7 km/h | 147 bpm | 162 bpm | 219 W | 30,0 kJ |
| Stufe 1 | 102 s | 23,3 km/h | 133 bpm | 152 bpm | 212 W | 21,8 kJ |
| Stufe 2 | 99 s | 24,0 km/h | 132 bpm | 149 bpm | 189 W | 18,9 kJ |
| Stufe 3 | 97 s | 24,7 km/h | 132 bpm | 151 bpm | 200 W | 19,6 kJ |
| Stufe 4 | 97 s | 24,6 km/h | 131 bpm | 147 bpm | 175 W | 19.2 kJ |
| Stufe 5 | 96 s | 24,8 km/h | 131 bpm | 149 bpm | 192 W | 18,6 kJ |
Da die Strecke kurz ist und ich versuche, das Fahrrad möglichst schnell bei 25 km/h zu stabilisieren, bleibt die Belastung dadurch begrenzt, dass ich nicht über 25 km/h hinausfahren möchte. Ohne Unterstützung erreiche ich beispielsweise eine Durchschnittsleistung von 219 Watt. Dieser Wert ergibt sich aus einem Anstieg von 0 bis auf 261 Watt am Ende der Strecke. Wäre die Strecke länger, hätte ich vermutlich noch mehr Leistung erbringen müssen. Meine Leistung bleibt bei allen Messungen relativ ähnlich, weil ich letztlich jedes Mal mit ungefähr derselben Intensität trete. Der Unterschied besteht darin, wie viel der Motor auf jeder Unterstützungsstufe zusätzlich beiträgt.
Betrachtet man beispielsweise Stufe 1, leiste ich ähnlich viel wie im Test ohne Unterstützung, allerdings über einen deutlich kürzeren Zeitraum. Die gesamte Arbeit sinkt um 27 %, was sich sofort an meiner Herzfrequenz zeigt. Ich selbst liefere also meine 212 Watt, während der Motor zusätzliche Leistung beisteuert und mich schneller fahren lässt. Das ist ein wenig so, als würde man mit Rückenwind laufen.
Von 0 auf 1: 27 % weniger Aufwand
Von 0 auf 2: 37 % weniger Aufwand
Von 0 auf 3: 35 % weniger Aufwand
Von 0 auf 4: 36 % weniger Aufwand
Von 0 auf 5: 38 % weniger Aufwand
Hier zeigt sich das gleiche Muster wie im vorherigen Test: Ab Stufe 3 erreicht der zusätzliche Nutzen ein Plateau. Selbst bei höherer Belastung bringen mir die Stufen 4 und 5 kaum noch einen zusätzlichen Vorteil.
Das ist eine recht typische Abstimmung: Die Unterstützung setzt früh deutlich ein, lässt auf Stufe 1 und 2 aber noch genügend Raum für eigene Anstrengung und erreicht ab Stufe 3 weitgehend ihr Maximum.
Federungstest
Wie üblich habe ich die Federung auf Straßen, Wegen und Kopfsteinpflaster getestet. Die entsprechenden Videosequenzen werden in den vollständigen Videotest integriert, der nach Abschluss des schriftlichen Tests veröffentlicht wird. Die Vorderradfederung arbeitet gut und kommt auf den meisten Untergründen problemlos mit meinem Gewicht zurecht.
Auch die gefederte Sattelstütze erfüllt ihren Zweck, allerdings mit einer wichtigen Einschränkung: Sie kann Stöße nicht so wirksam absorbieren wie eine echte Hinterradfederung. Das Lankeleisi KETT 8 gehört bei der Federung zu den besten Fahrrädern, die ich getestet habe, und damit ist diese Lösung nicht vergleichbar. Sie kann den Fahrkomfort dennoch deutlich verbessern, solange der Fahrer nicht zu schwer ist. Ich wiege knapp unter 100 kg und obwohl die Federung noch spürbar Komfort bringt, merke ich bereits, dass ein Teil ihres Federwegs verloren geht.
Eine der Stärken dieses Fahrrads ist sein Preis. Bei günstigeren Produkten muss normalerweise irgendwo gespart werden. Hier fällt der Kompromiss jedoch recht sinnvoll aus: Zwar gibt es keine Hinterradfederung, doch die Zoom-Sattelstütze sorgt trotzdem für ein gutes Komfortniveau, ohne den Preis stark nach oben zu treiben.
Akkureichweite
Ich habe die Reichweite auf meinen üblichen Strecken und mit meiner normalen Fahrweise getestet. Mit einer vollständigen Akkuladung kam ich auf 125 km, bevor die Unterstützung aussetzte. Das ist nicht die höchste Reichweite, die ich bisher gemessen habe, aber dennoch ein sehr gutes Ergebnis für längere Fahrten. Meine Fahrweise spielt dabei natürlich eine Rolle: Ich nutze den Gashebel nicht und fahre normalerweise mit Unterstützungsstufe 1 oder 2, nur sehr selten mit Stufe 3 oder höher. Wer dauerhaft auf Stufe 5 fährt, sollte immer noch ungefähr 40 bis 50 km erreichen, bevor der Akku geladen werden muss.
Test auf Wegen/Kopfsteinpflaster
Ich habe das Fahrrad auf meinem üblichen Feldweg getestet. Die entsprechende Videosequenz wird im YouTube-Video zu sehen sein. Dieser Weg ist in sehr schlechtem Zustand und entsprechend ruppig. Die Vorderradfederung arbeitet hier sehr gut, und auch die gefederte Sattelstütze mildert einen Teil der Stöße von hinten. Als angenehm würde ich die Fahrt nicht bezeichnen, aber wenn man einen solchen Weg überqueren muss, kommt man mit diesem Fahrrad durch, ohne dabei einen Teil seiner Anatomie zu verlieren.Ich habe das Fahrrad außerdem auf einem schlecht erhaltenen Kopfsteinpflasterabschnitt getestet. Das Ergebnis ist ähnlich wie auf dem Feldweg: Es ist keine besonders angenehme Erfahrung, aber das Fahrrad fängt die Unebenheiten recht ordentlich ab. Eine Stunde auf solchem Untergrund würde ich nicht unbedingt empfehlen. Wenn man jedoch gelegentlich über Kopfsteinpflaster fahren muss, ist das mit diesem Fahrrad unter akzeptablen Bedingungen möglich.
Fazit
Ich bin bei weitem nicht der Erste, der dieses Fahrrad testet, und wahrscheinlich auch nicht der Letzte. Die "MG 600"-Baureihe hat bereits zahlreiche Varianten hervorgebracht, und ich gehe davon aus, dass Lankeleisi diesen Weg fortsetzen wird. Warum sollte man eine Formel ändern, die funktioniert? Der Preis hat sicherlich zum kommerziellen Erfolg beigetragen, aber er ist nicht der einzige Grund. Das Segment zwischen 1.000 und 1.500 € ist voll von chinesischen Fahrrädern, die auf den ersten Blick mehr oder weniger dasselbe bieten. Was zeichnet das Lankeleisi MG 600 Lite also aus?Das Lankeleisi MG600 Lite erfüllt viele Anforderungen: umfangreiche Ausstattung, ein effizienter und reaktionsschneller Motor, gute Reichweite und überdurchschnittlicher Komfort. Der 250-Watt-Motor funktioniert unter allen Bedingungen zuverlässig. Sein Drehmoment ist nicht außergewöhnlich hoch, dafür setzt die Unterstützung ohne spürbare Verzögerung ein. Auch die Spitzenleistung gehört nicht zu den höchsten, dennoch liefert das Fahrrad Leistung genau dann, wenn sie benötigt wird. Insgesamt ist es ein vielseitiges Modell für ein breites Publikum und eignet sich zugleich für Fahrer, die selbst noch etwas sportliche Leistung erbringen möchten.
Die Kombination aus Kettenblatt und Kassette ermöglicht es, über die Unterstützungsgrenze des Motors hinauszufahren, ohne bei hoher Geschwindigkeit ins Leertreten zu geraten. Wer leichter treten möchte, kann einfach ein oder zwei Gänge herunterschalten. Dadurch bietet dieses Fahrrad mehr Spielraum als Modelle mit einer kürzeren Übersetzung. Mit diesem Fahrrad habe ich auf meinen Teststrecken auch meine bisher beste Zeit erzielt, was wesentlich an der Abstimmung von Kettenblatt und Kassette liegt.
Die Akkureichweite ist sehr gut: Mit einer Ladung bin ich mehr als 100 km gefahren. Die Vorderradfederung und die gefederte Sattelstütze sorgen auf den meisten Straßen für guten Komfort, solange der Untergrund nicht zu schlecht ist. Kopfsteinpflaster und unebene Wege verkraftet das Fahrrad, es ist jedoch nicht dafür gedacht, dauerhaft auf solchen Strecken gefahren zu werden. Die Bremsleistung ist sehr hoch, sofern man die Hebel kräftig genug zieht. Allerdings gibt es einen relativ großen Bereich, in dem die Bremsen zunächst fast keine Wirkung zeigen.
Ist das Lankeleisi MG 600 Lite also das ideale Fahrrad? Für ein breites Publikum bietet es wahrscheinlich eines der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse, trotzdem würde ich es nicht uneingeschränkt jedem empfehlen. Für sehr große oder schwerere Fahrer ist es möglicherweise nicht die beste Wahl. Ich bin 1,94 m groß und wiege knapp unter 100 kg und empfand die Größe bereits als etwas grenzwertig. Der Sattel lässt sich zwar noch höher einstellen, doch bei maximaler Höhe steigt der Druck auf den Lenker. Auch die gefederte Sattelstütze verliert bei höherem Fahrergewicht schneller an Wirkung, weil sie nicht denselben Widerstand wie eine vollwertige Hinterradfederung bietet.
Zu den wenigen Schwächen gehören für mich die Position der Tasten auf der Bedieneinheit und der vergleichsweise hohe Druck, der für die Tasten + und - erforderlich ist. Außerdem ist der Hebelweg bis zum Einsetzen der Bremswirkung zu lang. Das beeinträchtigt die eigentliche Bremsleistung nicht, kann anfangs aber irritieren.
Stärken
Reaktionsschneller Motor
Kettenblatt-/Kassettenabstimmung für kräftigeres Pedalieren
Akkureichweite
Gefederte Sattelstütze
Ausstattung
Beleuchtung
Reifengrip
Schwächen
Totbereich am Bremshebel
Tasten der Bedieneinheit
Sitzposition für große Fahrer













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